Marktlage und Prognosen

Informationen zur aktuellen Marktlage sowie eine Prognose für die kommenden Wochen.
Monatlich aktualisiert von den stürmsfs Produktspezialisten aus der Beschaffung.

Zuletzt aktualisiert:
01. Dezember 2022

 


Flachprodukte

Die Situation auf dem Markt ist noch immer weitgehend unverändert. Die Preise sind nach wie vor unter Druck, der Tiefpunkt der Preise scheint jedoch in Sichtweite. Für MEPS Dezember werden nochmals zeitversetzt letzte Reduzierungen erwartet. Über die Aussichten für das erste Quartal 2023 besteht grosse Uneinigkeit und es sind unterschiedliche Szenarien denkbar. Die ersten Monate des neuen Jahres dürften jedenfalls etwas mehr Klarheit über die weitere Preisentwicklung bringen. Wir gehen aktuell davon aus, dass die Talsohle bei den Preisen weitgehend erreicht ist und sich diese Anfang 2023 stabilisieren werden.


Formrohre und Hohlprofile

Die Preise bei den Formrohren und den kalten Hohlprofilen sind abermals leicht gefallen. Da beim Vormaterial für Januar von steigenden Preisen ausgegangen wird, dürften damit weitere Preissenkungen vom Tisch sein. Die Lieferbereitschaft der Werke ist gut, Material ist im normalen Rahmen beschaffbar. Bei den warmgefertigten Stahlbauhohlprofilen sind die Preise ebenfalls leicht gesunken. Die Liefertermine liegen hier bei März/April.


Träger

Die Preise wurden zuletzt nochmals von den Werken reduziert, was aber zu keiner Belebung der Nachfrage geführt hat. Hier ist saisonbedingt in den nächsten Wochen auch keine Änderung zu erwarten. Für das Frühjahr haben die Werke signalisiert, die Preise zu erhöhen. Inwieweit dies gelingt und am Markt durchsetzbar ist, wird sich weisen. Die Energiekosten spielen inzwischen nicht mehr eine so entscheidende Rolle wie zuletzt und die Schrottpreise sind weitgehend stabil. Auf Basis der aktuellen Informationen scheint eine Stabilisierung der Preise im 1. Quartal 2023 möglich. Die Verfügbarkeit bewegt sich im normalen Rahmen.


Stabstahl

Die Preise sind nochmals leicht gesunken. Laut Gesprächen mit den Werken dürfte die Bodenbildung erreicht sein resp. man möchte im Januar die Preise wieder anheben. Ob dies umgesetzt werden kann, wird der Januar zeigen. Die Verfügbarkeit ist gut, bei der Beschaffung gibt es keine grösseren Probleme.


Aluminium

Die Nachfrage nach dem Leichtmetall Aluminium ist weiterhin gering, da insbesondere die Automobilindustrie und der Bausektor keine Fahrt aufgenommen haben. Das wird sich dieses Jahr nicht mehr ändern. Gemäss verschiedenen Marktteilnehmern könnte das auch im Januar und Februar 2023 noch anhalten. Spätestens jedoch ab April 2023, so wird angenommen, soll sich die Situation wieder verbessern. Die Werke gehen davon aus, dass die Preise auch in Q1 2023 unter Druck bleiben.


Rostfrei

Der Legierungszuschlag für 1.4301 fällt für Dezember leicht über Vormonat aus. Die Liefertermine für Walzprodukte liegen bei Januar / Februar 2023.


Qualitätsstahl

Beim gewalzten, nicht wärmebehandelten Material aus europäischer Produktion sind die Basispreise im Sog rückläufiger Schrottpreise gefallen. Die Termine sind mit ca. 10 Wochen normal, die Auslastung in den Werken dürfte generell niedrig sein, weshalb wir davon ausgehen müssen, dass die Weihnachtsferien für Revisionen genutzt und verlängert werden.

Bei den höherwertigen und wärmebehandelten Qualitäten hat sich die Lage bezüglich Verfügbarkeit leicht entspannt, die Termine liegen im April - Mai 2023. Die Preise für Bestellungen im Dezember tendieren seitwärts. Auffallend ist die sehr unterschiedliche Handhabung der Energiezuschläge: Diese sind tendenziell rückläufig, weisen aber grosse Unterschiede zwischen den Herstellern auf. Importmengen aus Asien kommen an, wobei auch hier für Neueinplanung die Termine schon weit ins 2. Quartal 2023 hineinlaufen. Die Import-Preise sind relativ stabil. Die EU-Import-Quoten sind für das 4. Quartal 2022 durchgehend ausgeschöpft. Bei der Abwicklung in den Häfen und beim Transport ist nachwievor mit Verzögerungen zu rechnen.